Gourmet Segeltörn Aregai – Port
Grimaud und zurück
195 SM 13.-20. September 2008
Da stehe ich also als Segelnovizin
vor der Serena, ein schönes 12m Boot und warte bei tollem
Sonnenschein dass die nette Putzfrau
vor Ort die letzten Resten der Vor-Crew beseitigt. Kaum
zu glauben, dass ein paar
Autostunden früher – in der Schweiz also – schon fast der Winter
ausgebrochen ist, Schnee auf 1600m
im September Brrrrr – und die Fahrt mit Heinrich dem
Skipper der mich freundlicherweise
auf dem Weg von Süd-Deutschland über die Schweiz
„mitaufgegegabelt“ hat, hat sich
als sehr regnerisch und düster erwiesen. Düster nur
ausserhalb des Autos, die Zeit bis
nach Italien war mit guter Unterhaltung und
Seglerabenteuererzählungen von ihm
gefüllt worden. Aber in bella Italia hat sich auch die
Meteo geändert und nach dem
Ankommen im Hafen von Aragai nutzen wir die Zeit, um
Grosseinkauf im lokalen Lidl zu
machen. Als wir zurück kommen, ist auch schon der Rest der
Crew eingetroffen. Bitte macht doch kurz Bekanntschaft mit:

Eileen (Angsthase) vorne-rechts,
Coskipper Udo hinten-links (Kapitän Blaubär) Stefan hi-re
(Zahlmeister), Jörg v-mi (Erklär
Bär) und Heinrich unser Skipper v-li sowie last but not least
ich Ramona v-mi.
Der/die aufmerksame Leser/in merkt
jetzt auch schon, dass ich keinen Übernamen habe, - das
ist das praktische wenn man in der
ich-Form schreibt .
Schon am ersten Tag kristallisieren
sich zwei unerwartete Sachen heraus:
1. – Heinrich wusste nicht, dass es
sich um einen im Internet als „Gourmet-Segeltörn“
angepriesenen Segeltörn
handelte......
2. – Wir sind alle (mit logischer
Ausnahme unserem Skipper Heinrich) absolute
Segelnovizen…..der Arme, und er hat
sich auf sportliches Segeln gefreut!
Aller Anfang ist schwer und wir
versuchen gespannt aus dem Kauderwelsch das da aus der
Funkanlage an Bord heraustönt einen
verständlichen, normal tönenden Wetterbericht
zusammenzustellen. Franglais,
(français und anglais zusammen ergibt franglais) also Englisch
das sehr stark Französisch
akzentuiert ist, ist nicht jedermanns Sache, nicht einmal jederfraus
– da meine Muttersprache ja
Französisch wäre. Da ich noch fliessend Englisch spreche und
ein wenig Italienisch sollte ich
eigentlich das morgige Wetter aus den diversen Berichten
heraus verstehen….wenn die sich
nicht widersprechen würden ;-) Aber Heinrichs Miene
entnehmen wir, (er versteht den
Segel-Slang, Wind-Stärke, Windrichtung, für mich nur
Wörter ohne Bedeutung…) dass es
nicht so rosig aussieht wenn wir am nächsten Tag
aufbrechen. Er rät uns, doch
profilaktisch unsere Reisekrankheitmittel am Abend einnehmen,
die nützen nämlich erst am nächsten
Tag. Es sei Ko..zkurs angesagt. Am ersten Abend
entscheiden wir und für ein
gemütliches nicht-Gourmet-Törn-artiges Beisammensein in der
lokalen Pizzeria vom Hafen und
essen bei Luigi. Ob Stugerol mehr oder weniger wirkt wenn
man die Tablette mit lokalem
weissen Vermentino Wein runterspült? Wir werden es ja
Morgen dann sehen.
Aber alles kommt anders als
erwartet: Strahlend blauer Himmel und Wind aus der „richtigen“
Richtung, nicht viel aber genügend,
dass wir lostuckerln können und mit Heinrich theoretisch
mehrere Male das „Mann-über-Board
Mannöver“ durchgehen können. Worst-Case-Szenario
wäre natürlich, wenn Heinrich der
Mann wäre, der über Bord geht, nicht dass die anderen nix
taugen aber als einziger Segler an
Bord und wir Segel-Greenhorns dann alles selber in Wege
leiten müssten…ich weiss nicht so
richtig. Darum haben wir es mehrere Male durchgedrillt
bis auch alle wussten, wer drückt
den MOB Knopf, wer sendet Mayday – wer behält ihn im
Auge und wer wirft den Rettungsring, wer geht ans Ruder, wer behält Heinrich oder wer auch
immer der MOB ist im Auge. Ja jetzt kann es ja richtig los gehen.

Kurz, klar und einfach erklärt uns
machen soll und zig-Male, die Tücken die
Seile
Finger aufpassen um
Los geht’s zur ersten Wende…oder wars eine Halse?
Anm. des Skippers: Dass das das
keine „Seile“, sondern Leinen sind, hab ich doch mehrfach
erwähnt!

Ramona (Autorin) Udo (Käpten Blaubär)
Freude herrscht als wir peu à peu
sehen, wie wir schneller werden und sich die Segel spannen.
Einfach ein tolles Gefühl, der Wind
im Haar die Sonne auf der Haut und das Lachen im
Viva!
Wir segeln am ersten Tag los,
vorbei an den ligurischen Grenzörtchen Richtung Côte d’Azur,
vorbei an dem malerischen Menton
erste Grenzstadt in Frankreich und nähern uns peu à peu
Nice (oder Nizza auf Deutsch).
Um 17:00 Uhr ist normalerweise Apéro Zeit! Ja was ist den Apéro,
Jaaaaa
Saucisson (Wurst) oder Käse oder
die Vorfreude auf Apéro und Essen

Jörg (Erklärbär)

Stefan (Zahlmeister)
Wo gehen wir denn auf unseren
Gourmet? Heinrich, der ja nicht wusste dass es ein Gourmet
Trip ist hatte die nötigen
Informationen nicht bei sich, aber ich zücke meine Handy und rufe
kurzerhand meine Freundin Sonja in
Zürich an, die jedes Jahr 2-3 Wochen ihres Urlaubs in
Nice verbringt und absolute
Feinschmeckerin ist. Kommt ja sehr gelegen, oder? Also nach
einigen hin und her Fragen am
Telefon wie: wie geht es - habt ihr Sonne - ist die Crew nett
mit dir -etc geht’s an die wichtige
Information. Wo sollen wir essen gehen Sonja? Ich habe
kurzerhand 4 Adressen wovon eine
ganz einfach zu kostspielig ist, eine andere zu weit weg,
verbleiben zwei und eine davon
befindet sich quasi vor unserer Nase am Hafen, das
Restaurant
„Les pecheurs“. Also
steht schon fest dass wir dort essen gehen.

Im
Restaurant „Les pecheurs“

Krabbenfleisch an Avocado Mousse

Orzo an Sepia
Sauce mit Calamari an
Safran Schaum

Heinrich zeigt uns die schöne
Altstadt von Nizza während unseres Verdauungs-Spaziergangs.

Wir machen Halt bei einer Eisdiele
mit 200 Eissorten! Wahnsinn! Da hat es so exotisches und
unübliches wie Schokoladen-Pfeffer
Eis, oder Lavendel, Rosmarin oder Mohn Eis sowie zig
Exotische Früchteeis-Sorten und und
und und…die Auswahl ist erdrückend!

Ja das war ein toller Auftakt zu unserem
Gourmet-Segeltörn! Genüsslich können wir im
Hafen von Nice träumen und uns auf
den nächsten Tag freuen.

Morgenstunde hat Gold im Mund? Oder
zumindest eine tolle Duschanlage! Was wir als
Segel-Novizen nicht wussten ist
eine andere Angelegenheit: Die Sanitären Anlagen in den
Häfen sind von dürftig, über
passabel bis brauchbar oder ja man wage es zu sagen luxuriös für
eine öffentliche Duschgelegenheit!
In Nice können wir aber aufatmen. Es gibt ganz tolle
Designer Dusch/WC Häuschen am Hafen
die 1. sauber sind und 2. schön gewärmt mit 3.
Wasser so viel das Herz begehrt –
purer Luxus also! Frisch und munter starten wir von Nice
in Richtung Port Grimaud. Es ist
ein toller Tag und wir segeln so richtig los. Bei Windstärke
6-7 fuhr unser Boot Spitzen von 9.5 Knoten – wow für uns nicht schlecht! Tolles Feeling!

Nur um so ein wenig zu meckern sage
ich Heinrich, dass ich schon ein wenig enttäuscht bin,
weil keine Delfine uns begleiten
und….schwupps….10 Minuten später sind auch die Delfine
da wie bestellt und begleiten unser
Boot bevor sie sich wieder dem Fischfang als Delfinschule
widmen. Wie schnell, flink und
graziös die Tiere sind! Wir waren alle begeistert und das Lob
für Heinrich wie er dies nun schon
wieder organisiert hat hörte nicht auf.
Wir haben Glück denn es hat mehr
Wind als gemeldet und die meteo war auch nicht wie
gemeldet regnerisch sonder purer Sonnenschein! Ja wenn Engel reisen…

Mit immer noch Windstärke 6- 7 ´raumer Wind´ erreichen wir Port Grimaud.
Ah Port

In Port Grimaud verfügen alle Häuser über einen eigenen
Die Häuser sind in den
Es ist eine
Architekten Francois Spoerry
Er
hat
und
Inzwischen ist Port
Für mich ist klar,

Beim Anlegen vor der lokalen
Pizzeria haben wir viele Zuschauer – aber wir meistern das
Manöver schon ganz flott und sind stolz
soooo cool und gelassen das hinzukriegen. Wie wir
später herausfanden, dachten viele
der Zuschauer dass es nicht so Tief dort war, und wir bald
auflaufen würden. Aha –
Schadenfreude herrscht also überall.
So was passiert mit Heinrich als
Skipper aber nicht, er kennt das ganze Gebiet wie seine
Westentasche. Anm. Gerhard Rapp:
„…. und jeden Stein mit Vornamen“.

Nachdem wir ihn nun lange genug
stellt er sich kurzerhand der
die Füsse zu vertreten, ein wenig
die
Aber
zuerst Apéro Zeit!


Als wir mit einigen
riechen wir schon
Was ist

Caprese Teller und Schweinskotelett
an Rotweinsauce mit Ofenkartoffeln in Butter.
Ja wir habe auch einen sogenannten
Spruch des Tages kreiert, den wir jeden Abend
auserkoren aus all den Gesprächen
die wir im Boot oder an Land bei Kaffee am Morgen oder
Bier am Mittag oder Wein am Abend
geführt haben. Für den ersten Tag habe ich den Spruch
geliefert. Er ist ungewollt
eindeutig zweideutig geworden…: Stefan fragte mich ob es denn so
was wie die Bildzeitung in der
Schweiz auch gibt, worauf ich ihm geantwortet habe: Ja es gibt
den Schweizer Counterpart zur
Bildzeitung der heisst Blick und am Abend gibt es jetzt einen
neuen Blick.
„Der kleine Blick ist kostenlos und
die 20 Minuten sind auch gratis.“ Ja wohin dürfen die
Männer jetzt blicken???

Gesättigt und mit viel Lachen
konnten wir in Ruhe die Nacht in der Lagune von Port Grimaud
geniessen und die Duschanlagen die
mit Jetons funktionieren am nächsten Morgen benutzen.
Also wieder ein tag der mit einer
Dusche anfängt. Nicht nur das ist toll sondern auch unser
Verwöhn-Service durch Jörg, der uns
täglich mit frischen Brot oder Brötchen, die er auf
seiner morgendlicher Joggingroute
für uns einkauft, versorgt. Mit dem Französisch hapert es
am Anfang noch, aber bald krieg er
„ und peu de pain“ und „petit pain“ perfekt an den Tag.
Jörg liefert uns übrigens auch
gleich den Spruch des Tages:
„Ich bin zwar zu allem fähig aber
zu nichts zu gebrauchen.“
Heute geht es über St Tropez wo wir
die Paparazzis beobachten wie sie ein Boot verfolgen
und belästigen in die malerische
Bucht Agay. Fast eine Viertelstunde kreisen sie knapp über
den Booten und nerven alle in der
Bucht.


In der Bucht Agay wird geankert. Es
ist fast
Vollmond und die Stimmung an Bord
ist toll.
Jörg liefert uns heute nicht den
Spruch,
jedoch das Bild des Tages. Wie
immer geht
er für uns Brötchen – Croissants
und petit
pains kaufen – diesmal jedoch mit
erschwertem Jogging-Lauf….er muss
zuerst
an Land schwimmen.


Ich habe die Nacht auf dem Deck
verbracht
Gegen
mit dem
Aber
also zeit
um dem baldigen

Bei der Weiterfahrt nach Antiebes
gibt es
Bei „lauem“
Wenn der Steuermann (Käpten

Danach machen wir noch einen
mittäglichen Badestop zwischen den Inseln Il Magareten und
Und wieder gibt es was Besonderes zu sehen.
Auf einem
Die Szene
Uns stört
Wir

Als wir loslegten oh
Die
der
kräftig mit nach dem Anker zu tauchen.
Mit Seilen - nein es sind Leinen -, können sie mit
Eileen liefert uns den Spruch des
Tages: Udo: „Eileenchen soll ich Dir ein Segelboot oder ein
Motorboot kaufen?“. „Nee da kauf
ich mir lieber ein Hubschrauben.“

Wir segeln nach Antibes wo
Hier gibt uns
„Antibes ist ein
Oder mit Erklärung: Der
aber nur eine Herrentoilette
Wir enden am Anfang des
legen dort an. Ja nix mit
Schicki-micki aber, wie wir fest stellen gibt es dort ein Rentnerpaar
die vor dem Werfteingang einen
einfachen Container mit zwei drei Plastikstühlen wo man ein
EUR 40 Cents eine
Stefan ist der erste heute
Eileen
ja ich
Duschen sagen, es ist wohl so, wie
die Deutschen es nach dem Krieg verlassen haben….“ Wir
haben ja Badelatschen und so lange
es *warmes* und *fliessendes* Wasser hat sind wir nun
auch schon zufrieden.

Wir gehen nach dem „Duschen“
Le Brulot wo
Wir
Auch am nächsten Tag haben wir
tolles Wetter und legen los um Richtung Monaco zu segeln.
Leider kommt heute alles anders als
erwartet. Es hat nicht viel Wind und die Yacht Show die
in Monaco hätte sein sollen konnte
mangels Wind nicht durchgeführt werden was uns leider
bei der Suche nach einem idealen Anlegeplatz stark einschränken wird.

Monaco ist absolut proppen
– es ist voll –
Cap
wir steigen


Stefan und Jörg geben
schon am Kai auf
„hier
Spruch von Stefan:
„Nee
anlegen auch nachdem Eileen als
visuelle
Capitainerie begleitet hat. Auch
mit
französischen parlieren hat es nix
genützt. Le
Platz im Hafen. Und aus ist unser
Shopping-
lange Gesichter machen . also geht
es
geschützte Bucht in der Nähe – nur
ist der
übernachten. Wir gehen also weiter
und

Im schönen Hafen von Menton
bekommen. Sollen wir einfach
belegten Platz nehmen? No risk
Uhr und wir sind müde… wir
Risiko auf uns. Wir hatten Glück
um uns berechtigterweise vom

Und wieder geht die Sonne an der
Côte d’Azur auf – es ist schon toll wenn man Tag um Tag
dieses Licht mitbekommen – Zuhause
wissen wir war die Woche wettermässig durchzogen
und wir hatten T-Shirt Wetter Tag
ein Tag aus. Nun ist auch schon der letzte Tag
angebrochen und wir können so
richtig loslegen. Die aber nicht bevor wir die tollen und
sauberen Duschen ausgiebig vor Ort
gebraucht haben – für uns Luxus pur! Das ist für mich
sicher der Dämpfer an der ganzen
Segel-Geschichte – da sind wir schon verwöhnt mit dem
täglichen Wasserverbrauch Zuhause.
Meer-duschen ist nicht mein Ding – vor allem nicht
wenn man sich täglich mit
sonnencreme einschmiert die dann noch zusammen mit dem
Salzwasser einen schönen Film auf
der Haut bildet…Zuerst geht es aber auf shopping Tour
im wunderschönen Menton. Alle decken
sich mit Mitbringsel für die Lieben zuhause ein und
das eine oder andere Reisesouvenir.

Heute können wir
Bis wir
Aber nach
wir als nun toll eingespieltes Team
ans Anlegemanöver ran. Wir freuen uns alle aufs
bevorstehende Apéro. Wir sind fast
am Ende unserer Woche und schauen mit einem
weinenden Auge der Kälte die uns
dann wohl Zuhause erwarten wird entgegen.